Schweiz überfordert: 50 Brandopfer werden in 4 Länder verlegt

upday.com 2 dni temu
Polizei und Rettungskräfte am Brandort in Crans-Montana nach der verheerenden Feuerkatastrophe (Symbolbild) (Photo by MAXIME SCHMID / AFP via Getty Images) Getty Images

Fast die Hälfte der 119 Schwerverletzten aus Crans-Montana muss ins Ausland verlegt werden. Die Schweiz verfügt nach dem verheerenden Silvesterbrand in der Skiregion nicht über ausreichende Kapazitäten zur Behandlung der Brandopfer. Bis Sonntag sollen insgesamt 50 Patienten in Kliniken in Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien gebracht werden.

Deutschland hat bereits vier Patienten aufgenommen und die Versorgung für sieben weitere eingeleitet. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe koordiniert die Verteilung über den sogenannten Kleeblatt-Mechanismus, der ursprünglich während der Corona-Pandemie entwickelt wurde. Die Europäische Union unterstützt mit Spezialteams für den Transport der Schwerverletzten.

Bei dem Brand in einer Bar in Crans-Montana in der Neujahrsnacht waren 40 junge Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Opfer waren Teenager und junge Erwachsene, vorwiegend Schweizer, Franzosen und Italiener. 119 weitere Menschen erlitten teils schwerste Brandverletzungen.

Schwerste Verletzungen erfordern Monate an Behandlung

Die medizinische Lage ist dramatisch. Viele Patienten haben mehr als 70 Prozent ihrer Körperoberfläche verbrannt. Kathrin Neuhaus, Chefärztin am Brandverletztenzentrum des Kinderspitals Zürich, sagte dem Schweizer Sender SRF: «Das heißt, sie sind Infektionen ausgesetzt, sie verlieren Wärme und es kommt durch die schwere Brandverletzung zu einer Verbrennungskrankheit, die den ganzen Körper systematisch betrifft, also auch das Herz-Kreislauf-System.»

Viele der jungen Patienten benötigen eine zweistellige Anzahl an Operationen. «Im Moment planen wir, mit jedem Patienten jeden zweiten Tag in den OP zu gehen», so Neuhaus. Die Behandlung kann sich über Monate hinziehen. Neben den äußeren Verbrennungen leiden zahlreiche Opfer auch an schweren Lungenschäden durch Rauchgasvergiftung.

In deutschen Kliniken werden die Verletzten unter anderem in Stuttgart, Tübingen, Bochum, Leipzig und Halle behandelt. Das Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum, 1968 als erstes deutsches Schwerbrandverletztenzentrum gegründet, nimmt zwei Patienten auf. Unter den Verletzten ist auch der 19-jährige französische Fußballspieler Tahirys Dos Santos vom Ligue-1-Club FC Metz, der in Stuttgart behandelt wird.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Nach ersten Erkenntnissen entzündeten Feiernde Feuerwerk in Champagnerflaschen, das Schaumstoff an der Decke in Brand setzte. Das Feuer breitete sich sehr schnell aus. Oberstaatsanwältin Beatrice Pilloud teilte mit, die Ermittlungen umfassten Umbauarbeiten, verwendete Materialien, Betriebsgenehmigungen, Sicherheitsmaßnahmen, Brandschutzstandards sowie Flucht- und Evakuierungswege.

Auch eine strafrechtliche Verantwortung von anwesenden Personen werde geprüft, wobei fahrlässige Brandstiftung oder fahrlässige Tötung in Betracht kämen. Bislang gebe es dafür jedoch keine strafrechtlich relevanten Hinweise.

Das französische Betreiberpaar der Bar wurde als Zeuge vernommen. «Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht», sagte der Wirt dem Nachrichtenportal "20 Minuten". «Wir werden alles tun, um mitzuhelfen, die Ursachen zu klären.» Das Paar kooperiere mit den Behörden. «Wir tun alles in unserer Macht Stehende. Auch unsere Anwälte sind involviert.» Die Ehefrau des Betreibers war in der Brandnacht in der Bar und erlitt leichte Verletzungen.

Die Identifizierung der 40 Toten kann noch Tage dauern. Experten nutzen Gebiss- und DNA-Proben. Die Behörden wollen erst mit absoluter Sicherheit Angehörige informieren.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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