Eine 20-jährige Frau verklagt in den USA mehrere Social-Media-Plattformen - und der Fall könnte wegweisend werden. Die Klägerin KGM wirft Instagram, YouTube, Snapchat und TikTok vor, ihre Dienste absichtlich süchtig machend zu gestalten. In Los Angeles beginnt nun die erste Gerichtsverhandlung dieser Art, die als Testfall für hunderte ähnliche Klagen gilt. Meta-Chef Mark Zuckerberg soll an diesem Mittwoch aussagen.
KGM behauptet, die Nutzung der Plattformen habe bei ihr zu Depressionen, Angstzuständen und Körperunzufriedenheit geführt. Sie begann bereits mit sechs Jahren YouTube zu schauen, nutzte dann Instagram - früher als erlaubt - sowie Snapchat und TikTok.
Die Plattformen seien durch Funktionen wie endloses Scrollen bewusst auf Sucht ausgelegt, argumentiert ihre Anwaltschaft. Instagram-Filter und Algorithmen hätten zudem ungesunde Ratschläge zum Abnehmen gefördert, etwa nur eine Gurke pro Tag zu essen.
Erste Vergleiche, zwei Prozesse
Snapchat und TikTok einigten sich wenige Wochen vor Prozessbeginn außergerichtlich mit KGM. Instagram und YouTube gehen dagegen vor Gericht. Mark Zuckerberg soll aussagen - ein seltener Auftritt des Meta-Chefs als Zeuge.
Streit um rechtlichen Schutz
Section 230 schützt die Plattformen in den USA weitgehend vor Haftung für Nutzerinhalte. Doch Richterin Carolyn Kuhl entschied in KGMs Fall, «dass es keine Haftung für den Schaden geben kann, der auf das Design der Funktion zurückgeht». Diese Entscheidung ermöglicht den Prozess.
Meta kontert mit dem Argument, KGMs psychische Probleme hätten nichts mit Social Media zu tun. «Das Beweismaterial wird demonstrieren, dass sie schon lange bevor sie überhaupt soziale Medien nutzte, vor vielen erheblichen und schwierigen Herausforderungen stand», erklärte der Konzern zu Prozessbeginn. Die junge Frau habe unter Missbrauch und familiären Problemen gelitten. Zudem diagnostizierten Ärzte bei ihr keine Social-Media-Sucht.
Instagram-Chef Adam Mosseri wies den Vorwurf zurück, die Plattformen machten Nutzer «klinisch süchtig». Youtubes Anwalt argumentiert, die Videoplattform sei ein Streaming-Dienst und kein soziales Netzwerk.
Internationale Regulierung nimmt zu
Regulierungsbehörden weltweit debattieren über süchtig machende Social-Media-Mechanismen. Eine vorläufige EU-Untersuchung ergab, dass TikToks Design durch suchtfördernde Mechanismen gegen europäisches Recht verstößt. Die EU-Kommission bezeichnet diese Mechanismen als «belohnende» Systeme, die Sucht fördern.
Australien führte Mitte Dezember ein striktes Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige ein. Die US-Klagen werden nun zeigen, ob auch vor Gericht ein Durchbruch gegen die Tech-Konzerne gelingen kann - ähnlich wie einst gegen die Tabakindustrie, die jahrelang die Suchtgefahr von Zigaretten verschleierte.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








