Moskau verfolgt den Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly strafrechtlich - wegen seiner satirischen Putin-Darstellungen auf Rosenmontagsumzügen. Trotz des Verfahrens präsentiert Tilly am heutigen Rosenmontag erneut einen Putin-Wagen in Düsseldorf, während Köln und Mainz auf entsprechende Motive verzichten. Die russischen Behörden haben ein Strafverfahren gegen den Bildhauer eingeleitet.
Tilly reagiert gelassen auf die Drohungen aus Moskau. Er sagte: «Wir werden jetzt nicht extra noch besonders hart sein, das ist auch albern, wir machen einfach gute politische Satire, so wie immer.» Der Karnevalswagenbauer ist Drohungen gewohnt und lässt sich nicht einschüchtern.
Provokante Putin-Darstellungen
Tillys international wahrgenommene Motivwagen haben in den vergangenen Jahren wiederholt für Aufsehen gesorgt. Im Jahr 2024 zeigte ein Wagen Putin, der autokratisch regiert, wie er sich oral von Kirchenpatriarch Kirill befriedigen lässt - der Wagen prangert die Mitverantwortung der russisch-orthodoxen Kirche für den Angriffskrieg auf die Ukraine an.
Im vergangenen Jahr rollte durch Düsseldorf ein Wagen, der Putin mit US-Präsident Donald Trump beim Abschluss des "Hitler-Stalin-Pakts 2.0" zeigte, während beide die Ukraine zerquetschten. Die Anspielung bezog sich auf den historischen Hitler-Stalin-Pakt von 1939, der den Weg für die Invasion und Aufteilung Polens durch Nazi-Deutschland und die Sowjetunion freigemacht hatte. Ein weiterer Motivwagen präsentierte Putin zusammen mit Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping - alle drei stellten hüllenlos dicke Eier zur Schau. «Alle drei Großmächte sind in den Händen von antidemokratischen Despoten - das ist die Botschaft», erklärte Tilly.
Köln und Mainz verzichten
Auffällig: In Köln und Mainz fehlt Putin dieses Jahr auf den Rosenmontagsumzügen, anders als in früheren Jahren. Das Festkomitee Kölner Karneval wies den Vorwurf zurück, aus Angst vor Repressalien auf eine Putin-Darstellung verzichtet zu haben. Man habe Tilly in öffentlichen Stellungnahmen Solidarität bekundet, sagte Zugleiter Marc Michelske.
Mainz begründete die Entscheidung anders: Putin und der Ukraine-Krieg seien in den vergangenen Jahren mehrfach Thema gewesen, man wolle «eine gewisse Redundanz vermeiden».
Politische Unterstützung für Tilly
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kritisierte die Strafverfolgung gegen Tilly scharf und rief zur Solidarität mit dem Karnevalswagenbauer auf. Das Festkomitee Kölner Karneval schloss sich der Unterstützung an.
Tilly selbst beschrieb den Rosenmontag trotz der Bedrohung aus Moskau als «ein normaler, wenn auch sehr harter Arbeitstag und wir sind natürlich alle froh, wenn es vorbei ist». Mit Blick auf das Verfahren ergänzte er: «Nur dank dieses Prozesses ist nach Aschermittwoch diesmal nicht alles vorbei. Es geht natürlich weiter, leider.»
Rosenmontagsumzüge in vielen Städten
Parallel zu Düsseldorf finden heute Rosenmontagsumzüge in zahlreichen deutschen Städten statt. In Mainz startet um 11:11 Uhr der 122. Rosenmontagszug mit über 9.200 Teilnehmern - rund 600.000 Besucher werden erwartet. Elf Motivwagen nehmen unter anderem Friedrich Merz (CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und US-Präsident Donald Trump aufs Korn.
In Fulda erwartet die Fuldaer Karnevals-Gesellschaft Zehntausende Zuschauer beim größten Rosenmontagszug Hessens. Über 260 Zugnummern und mehr als 4.200 Teilnehmer ziehen ab 13:33 Uhr durch die Stadt. Auch in Halle und Köthen in Sachsen-Anhalt sowie in weiteren hessischen Gemeinden wie Herbstein, Volkmarsen, Fritzlar und Seligenstadt finden traditionelle Umzüge statt.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

















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