Helge Schneider feiert heute seinen 70. Geburtstag auf typische Art: mit einem Auftritt im Hamburger Stadtpark. Der Allroundkünstler aus Mülheim an der Ruhr gehört zu Deutschlands beliebtesten Komikern und ist wohl der einzige, der gleichzeitig Filme dreht, Bücher schreibt und über ein Dutzend Musikinstrumente beherrscht.
Der Mann mit dem absurden Humor passt in keine Schublade und bezeichnet sich selbst gerne als «Klimperclown» - so heißt auch sein aktueller autobiografischer Film. In seiner Heimatstadt im Ruhrgebiet betreibt Schneider ein Studio voller Instrumente und bleibt seinen Wurzeln treu.
Vom Schulabbrecher zum Jazzmusiker
Bereits als Kind lernte Schneider Klavier und Cello spielen. Nach der neunten Klasse verließ er die Schule und probierte verschiedene Berufe aus - von Raumausstatter über Bauzeichner bis hin zum Gärtner. Am Musikkonservatorium gab er schnell wieder auf.
In den 70er Jahren startete er als Jazzmusiker durch, sowohl solo als auch mit Bands. Dabei entwickelte er seinen charakteristischen albern-anarchischen Humor und brachte das Publikum als selbst ernannte «singende Herrentorte» zum Lachen.
Durchbruch mit «Katzeklo» und TV-Erfolg
Seinen großen Durchbruch erzielte Schneider 1993 mit «Katzeklo», das aus seinem Doppelalbum «Es gibt Reis, Baby» ausgekoppelt wurde. Ein Jahr später machte ihn sein legendärer Auftritt bei «Wetten, dass..?» einem Millionenpublikum bekannt.
2013 erreichte seine Platte «Sommer, Sonne, Kaktus!» sogar Platz eins der deutschen Charts. Typisch für Schneider bleibt seine Leidenschaft für Improvisation - in fünf Jahrzehnten auf der Bühne absolvierte er bereits mehrere tausend Shows.
Vielseitiger Künstler mit Markenzeichen
Aktuell tourt Schneider mit dem Programm «Ein Mann und seine Musik» durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Sein schrilles Outfit mit bunten Krawatten, grellen Farben und dem charakteristischen «Haarteil» sowie seine nuschelnde Aussprache sind zu Markenzeichen geworden.
Sein breites musikalisches Können als Jazzmusiker - er spielt Hammondorgel, Klavier, Gitarre, Schlagzeug, Cello, Akkordeon und diverse Blasinstrumente - genießt hohe Anerkennung. 2023 erhielt er den Kunstpreis NRW «als legendäres Musiktalent».
Filmemacher und Buchautor
Als Schauspieler verkörperte Schneider verschiedene Rollen und drehte mehrere Filme, darunter «00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter» (1994). Seit Anfang August läuft sein aktueller Film «The Klimperclown» als ARD-Dokumentation im Kino und in der Mediathek - entstanden ohne Drehbuch mit alten Fotos und Videos.
Als Autor verfasste er zahlreiche Bücher, etwa den skurrilen Roman «Eiersalat: Eine Frau geht seinen Weg» (1999) und eine Krimi-Reihe um Kommissar Schneider, zuletzt «Stepptanz» (2023). Seine eigene WDR-Talkshow beendete er 2012 hingegen schnell wieder.
Privatleben bleibt streng geschützt
Schneider hält sein Privatleben konsequent geheim - das Thema ist für ihn absolut tabu. Er hat sechs Kinder von vier Frauen, wie in seinem aktuellen Film zu erfahren ist. Seine Eltern beschreibt er als «ganz anständige Leute» - die Mutter war Sekretärin beim Finanzamt, der Vater Fernmelderevisor.
Spanien ist für ihn zur zweiten Heimat geworden. Allerdings warnt er davor, alles für bare Münze zu nehmen, was er über sein Leben erzählt. Der Komiker hält sich mit frühmorgendlichem Walken gegen Arthrose fit - «wenn keiner guckt».
Eigenarten und Abneigungen
Schneider kann durchaus schlechte Laune haben und ist für seine Unberechenbarkeit bekannt. Vor fünf Jahren brach er eine «Strandkorb Open Air»-Reihe ab, weil ihn die Getränkeversorgung nahe der Bühne störte. Mit dem Internet hadert er sehr, Künstliche Intelligenz in der Kunst lehnt er kategorisch ab.
Zu seinem 65. Geburtstag hatte er angekündigt, erst wieder zum 100. Geburtstag groß zu feiern - weil er so ungern tagelang aufräume wie nach seiner 50er-Party. An seinem 70. Geburtstag steht er nun wieder auf der Bühne und macht das, was er am besten kann: Quatsch und Musik.
(dpa) Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz überarbeitet.