Deutsche Wirtschaft auf dem Niveau von vor der Pandemie

wochenblatt.pl 2 godzin temu
Zdjęcie: Die deutsche Wirtschaft konnte 2025 erstmals seit zwei Jahren wieder ein leichtes Wachstum verzeichnen. Foto: hoch3fotografie/Unsplash


Ende der Krise? Zeitfenster für Reformen

Wir haben bereits in unseren Medien berichtet, dass die deutsche Wirtschaft im letzten Quartal des vergangenen Jahres zum ersten Mal seit zwei Jahren gewachsen ist. Nun zeigen die genauen Daten, dass das Wachstum stärker ausgefallen ist als zunächst angenommen. Genauer gesagt ist das Bruttoinlandsprodukt von Oktober bis Dezember 2025 im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent gestiegen. Dies gab das Statistische Bundesamt kürzlich bekannt und betonte in einer Sonderveröffentlichung, dass die Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland damit das vergangene Jahr mit einem Plus abgeschlossen habe. Nach Ansicht von Experten ist dies vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen.

Die vorherige Prognose von Mitte Januar ging nur von einem Wachstum von 0,2 Prozent aus, basierte jedoch auf einer geringeren Datenmenge. Der Chefökonom der Commerzbank, Jörg Krämer, sagte: „Das Wachstum im vierten Quartal zeigt, dass sich die deutsche Wirtschaft aus der Rezession befreit hat, aber die Krise ist noch nicht vorbei.“ An dieser Stelle sei hinzugefügt, dass die deutsche Wirtschaft im gesamten Jahr 2025 um 0,2 Prozent gewachsen ist, nachdem sie zwei Jahre lang rückläufig war, und dass dieses Wachstum primär auf steigende Konsumausgaben zurückzuführen war. Andererseits ist auch zu beachten, dass die deutschen Exporte unter höheren US-Zöllen, der Aufwertung des Euro und einer stärkeren Konkurrenz aus China litten. Damit liegt die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft weiterhin auf einem Niveau, das dem von 2019 – also der Zeit vor der Corona-Pandemie – entspricht. Aber…

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert, dass die deutsche Wirtschaft erst in diesem Jahr deutlich wachsen wird, und zwar um 1,1 Prozent. Die Bundesregierung dämpft diese Prognose hingegen etwas und erwartet ein Wachstum von 1,0 Prozent, was ebenfalls optimistisch ist.

Milliarden zur Ankurbelung der Wirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert, dass die deutsche Wirtschaft erst in diesem Jahr deutlich wachsen wird, und zwar um 1,1 Prozent. Die Bundesregierung dämpft diese Prognose hingegen etwas und erwartet ein Wachstum von 1,0 Prozent, was ebenfalls optimistisch ist. Die meisten Ökonomen und Wirtschaftsexperten in Deutschland betonen jedoch, dass eine wirklich deutliche Belebung der deutschen Wirtschaft erst ab 2027 zu erwarten ist, wenn die enormen staatlichen Ausgaben ihre volle Wirkung entfalten werden. Wie dem auch sei, diese Prognosen sind ermutigend, aber die Manager deutscher Unternehmen sind dennoch vorsichtig. Das Hauptproblem bleibt ihrer Meinung nach der allgemeine Mangel an Aufträgen.

Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche fordert weitere Reformen.
Foto: Olaf Kosinsky/Wikipedia

Deshalb hat die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche weitere Reformen gefordert. „Die nächsten Jahre sind unser Reformfenster – das muss man sich bewusst machen, denn es wird nicht ewig offen sein“, sagte die CDU-Politikerin im Bundestag und fügte hinzu: „Wenn wir investieren, anstatt zu zögern, wenn wir Verfahren beschleunigen, anstatt sie zu verkomplizieren, wenn wir die Arbeit erleichtern, anstatt ihre Kosten zu erhöhen, dann könnte unser Land viel stärker aus der heutigen schwierigen Phase hervorgehen.“

Es ist jedoch hervorzuheben, dass dieses Jahr bereits jetzt ein sehr erfolgreiches Jahr für die deutsche Wirtschaft sein dürfte. Im Jahr 2026 sollen die Impulse vor allem von staatlichen Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur – darunter Straßen, Schienenwege und Verteidigung – kommen. Auch die Tatsache, dass es in diesem Jahr mehr Arbeitstage geben wird, da mehr Feiertage auf Wochenenden fallen, könnte sich positiv auswirken. Für den Durchschnittsbürger mag dies keine besonders erfreuliche Nachricht sein, aus Sicht des Landes aber schon.

Trump und seine Zölle

Der Optimismus, der auf Expertenprognosen für die deutsche Wirtschaft in diesem und im nächsten Jahr beruht, wird durch die enorme Unsicherheit aus Übersee getrübt, die von Donald Trump ausgeht. Der US-Präsident droht weiterhin mit neuen Zöllen, zuletzt im Zusammenhang mit dem Grönland-Konflikt. Obwohl die Zolldrohung zurückgenommen wurde, belastet sie die Konjunkturstimmung und erschwert die Unternehmensplanung. Manager agieren zunehmend vorsichtig, manche sogar ängstlich, da sie nicht wissen, was Donald Trump als Nächstes ankündigen wird. Im vergangenen Jahr führten höhere Zölle zu einem Rückgang der Exporte „Made in Germany“ in Deutschlands wichtigsten Absatzmarkt, die USA. Die Exporte sanken um genau 0,3 Prozent und verzeichneten damit das dritte Jahr in Folge einen Rückgang.

Auch der Wettbewerb aus China stellt eine erhebliche und wachsende Herausforderung für Deutschlands Exportmacht dar und belastet die Industrie, die Zehntausende von Arbeitsplätzen verloren hat, insbesondere im Automobilsektor. Sebastian Dullien, Forschungsdirektor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, zeigt sich hingegen optimistisch. In einem Interview mit der DPA betonte er, dass aktuelle Daten eine zunehmende Stabilisierung der deutschen Wirtschaft trotz erheblicher Belastungen durch die US-amerikanische und chinesische Industriepolitik belegen. Sie werde widerstandsfähiger und stärker. Daher hält Dullien es für wahrscheinlich, dass das deutsche Wirtschaftswachstum deutlich über den jüngsten Prognosen der Bundesregierung im Jahreswirtschaftsbericht liegen wird.

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